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BPI zum TRIPS Waiver, WTO Einigung ist nicht zielführendZoom Button

Der TRIPS Waiver löst nicht die Herausforderungen in der Impfstoffversorgung. Foto: Frank HH, Shutterstock, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

BPI zum TRIPS Waiver, WTO Einigung ist nicht zielführend

BPI zum TRIPS Waiver, WTO Einigung ist nicht zielführend

Berlin (ots)

Der #Bundesverband der #Pharmazeutischen #Industrie (BPI) sieht die aktuell bei der #Welthandelsorganisation #WTO getroffene Einigung zum sogenannten »TRIPS Waiver« kritisch: »Den #Patentschutz bei #Covid 19 #Impfstoffen aufzugeben, wird die derzeitigen Herausforderungen in der globalen Impfstoffversorgung nicht lösen«, sagt BPI Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen. »Die Impfstoffe werden dadurch weltweit nicht schneller verfügbar. Der Schlüssel liegt dagegen in Lizenzen zum massiven Ausbau der Produktionskapazitäten.«

Dass Hersteller in bestimmten Ländern auf die Durchsetzung ihrer Patentrechte verzichten, sei in außergewöhnlichen Fällen nachvollziehbar, so Joachimsen. Dies dürfe jedoch nicht in einer globalen Aussetzung des Patentschutzes münden. Die Freigabe von Patenten im Rahmen der derzeitigen Pandemiesituation sei nicht sinnvoll und zudem kaum in der gebotenen Eile umzusetzen: »Die Impfstoff-Herstellung ist ein sehr komplexer Prozess«, erklärt der BPI Hauptgeschäftsführer. »Die dafür notwendige #Technologie und die Schulungsmöglichkeiten haben nur wenige Unternehmen und erfordern jahrelange Praxis im Umgang mit der entsprechenden Technologie. Insofern würde eine Zwangslizensierung zu anderen Herstellern mindestens 12 Monate oder länger dauern, bis aus dieser Fertigung ein sicherer, qualitativ hochwertiger und hochwirksamer #Impfstoff zur Verfügung steht«, gibt Joachimsen zu Bedenken.

»Hinzu kommt, dass Pharmaunternehmen auch künftig bereit sein müssen, Geld in die teure und risikoreiche Entwicklung hochkomplexer Impfstoffe zu investieren. Diese Investitionen werden durch Anreizsysteme gefördert und honorieren Forschungsaufwand sowie Entwicklungsrisiko. Muss ein Unternehmen befürchten, dass der Ausgleich von Incentivierung und Investition nicht stattfindet, wird es von der Entwicklung weiterer Innovationen absehen. Dies würde nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit Europas bei der Spitzenforschung schwächen«, so Joachimsen.

Als Königsweg sieht er die Lizenzvergabe und weltweite Ausweitung der Produktion, die längst praktiziert werde: »Die Impfstoffhersteller tun derzeit alles, um die Produktion auszuweiten. Und das, obwohl wir mit massiven Lieferengpässen und Mangel bei Ausgangsstoffen konfrontiert sind. Diese Herausforderungen löst auch keine Patentfreigabe.«

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) Online
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