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Diskussion über Zukunft der Unabhängigen Patientenberatung und zentraler Hotlines im KrisenfallZoom Button

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Diskussion über Zukunft der Unabhängigen Patientenberatung und zentraler Hotlines im Krisenfall

Diskussion über Zukunft der Unabhängigen Patientenberatung und zentraler Hotlines im #Krisenfall

  • Selbsthilfe kann nicht nur in Zeiten der Ungewissheit eine ergänzende Anlaufstelle für Betroffene sein

#Konstanz, 23. August 2023

Mit Blick auf die ungewisse Zukunft der #Unabhängigen #Patientenberatung und angesichts der noch recht ungeordnet wirkenden Vorschläge aus der #Politik für zentrale Hotlines, an die sich Menschen mit gesundheitlichen Problemen zukünftig wenden können, wird auch den Unterstützungsangeboten der Selbsthilfe eine immer wichtigere Bedeutung zukommen. Hierauf macht der Leiter der bundesweiten Initiative von Betroffenen mit psychischen, neurologischen, hormonellen und Sinneserkrankungen, Dennis Riehle (Konstanz), in einer aktuellen Stellungnahme aufmerksam. Aus seiner Sicht bestünden bereits sehr viele Anlaufstellen, welche allerdings noch weiter koordiniert werden sollten: »Ob es nun bundesweite Dachorganisationen, Landesverbände oder örtliche Gruppen sind – schon bisher wurde ja von Ehrenamtlichen Immenses geleistet, damit andere Erkrankte und ihre Angehörigen vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch profitieren können. Entsprechend mangelt es sicherlich nicht an dem #Willen und #Engagement zur gegenseitigen #Hilfe und #Solidarität in unserem Land – auch wenn uns aktuell von den Medien manches Mal etwas Anderes berichtet wird. Zweifelsohne gibt es durch das Internet mittlerweile die Möglichkeit, den Service von regionalen und übergeordneten Einrichtungen rasch auffinden zu können. Zudem haben wir wichtige Knotenpunkte mit nationalen, regionalen oder durch Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Sozialorganisationen getragene Kontakt- und Informationsstellen der Selbsthilfe, die vermitteln. Und auch die meisten unabhängigen Vereine und private Eigeninitiativen wie die unsrige machen ihre Arbeit bekannt und sind für alle Patienten erreichbar. Entsprechend verzeichnet die hiesige Mailberatung mehrere dutzend Anfragen pro Woche, die ich dann aus der Perspektive eines Laien, aber gleichsam mit dem Wissen aus eigener Betroffenheit, den Kenntnissen aus dem Beruf und der Lebenserfahrung eines multimorbiden Erkrankten beantworte. Hierbei geht es vor allem um #Edukation, #Information und #Aufklärung. Denn oftmals sind Menschen nach einer Diagnose vor allem mit der Botschaft überfordert, dass sie ihr Dasein nun mit einem chronischen Leiden in Einklang bringen müssen – und sich daraus erhebliche Umbrüche für den Alltag und die Zukunftsplanung ergeben. In solchen Fällen gilt es dann insbesondere, diese Menschen aufzufangen und ihnen Perspektive zu schenken. Schon allein die Aussage, dass sie mit solch einer Krankheit oder sozialen Herausforderung nicht alleine sind und das Schicksal mit vielen Weiteren teilen, kann eine entlastende Erkenntnis sein«, berichtet der #Psychologische #Berater vom #Bodensee.

Daneben gehe es vor allem darum, den Mitpatienten das Erkrankungsbild bekanntzumachen und ihnen auf Fragen Auskunft zu geben, die man angesichts einer solch neu eingetretenen Situation verständlicherweise mit sich herumtrage – und nicht in jedem Fall mit Arzt, Therapeut oder Familie besprechen kann oder will. »Schlussendlich soll die #Selbsthilfe zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit der persönlichen Lage befähigen und sich des Pools an Weisheit möglichst Vieler bedienen, die in vergleichbaren Nöten stecken und bereits eine gewisse Geübtheit und Praxis in der Handhabung einer gesundheitlichen Problematik und ihrer Folgen gewonnen haben. Von diesem Know-How für sich zu profitieren und gleichzeitig eigene Erfolge mit Anderen zu teilen und ihnen dadurch Hoffnung zu schenken, das ist das Prinzip von einer mittlerweile weit über 50 Jahre alten Bewegung, die es sich stets auf die Fahnen geschrieben hat, eine Ergänzung zum fachkundigen Versorgungswesen zu sein. Mittlerweile ist auch sie professioneller geworden und bedient sich moderner Instrumente von Kommunikation und Vernetzung. Das Zusammenkommen in Präsenz ist nicht mehr zwingend das einzige Format der Selbsthilfe. Stattdessen wird heutzutage viel über Videochats, digitale Gruppenmeetings und elektronische Einzelberatung geregelt«, meint der 38 jährige #Coach, der über 10 Jahre lang selbst 4 Selbsthilfegruppen moderiert und andere Gruppenleiter fortgebildet hat. »Letztendlich haben sich die Bedürfnisse und Ansprüche verändert. Wenngleich ich es nicht unbedingt begrüße, dass sich immer mehr in die #Virtualität verlagert und damit ein Kerngedanke der persönlichen Begegnung und realen Knüpfung von Kontakten weitgehend in den Hintergrund gedrängt worden ist, muss man auch auf die sich wandelnde Erwartungshaltung und Nachfrage reagieren. In meinem Fall hat sich die Mailberatung nunmehr als ein adäquates Werkzeug etabliert, um auf die Anliegen der hilfesuchenden Menschen einzugehen. Sie haben dadurch Zeit, ihre Unklarheiten in Ruhe aufzuschreiben. Und auch ich kann mir mit der Rückmeldung Zeit lassen. Schlussendlich liegt ihnen dann eine Auskunft Schwarz auf Weiß vor, die sie im Zweifel immer wieder hervorholen können«, erläutert Riehle. Thematisch drehe es sich meistens um konkrete Alltagsfragen: »Welcher #Arzt ist der richtige für das jeweilige Krankheitsbild – Welche #Diagnostik und Behandlungen haben andere Patienten durchlaufen, welche Erlebnisse haben sie dabei gemacht und welche Alternativen konnten sie gegebenenfalls in Anspruch nehmen und ausprobieren? Welche niederschwelligen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gibt es? Welche Ansprüche auf soziale Leistungen bestehen? Wie soll man mit seiner Erkrankung im Beruf, gegenüber der Familie und dem Bekanntenkreis umgehen? Wie kann man sich und die eigene Resilienz mental stärken? Worauf muss man im Leben mit einer bestimmten Krankheit achten? Woher kann man Kraft und Orientierung schöpfen? Diese #Aspekte bewegen viele Betroffene!«, sagt der in #Seelsorge weitergebildete #Journalist, der abschließend anführt: »Unter all diesen Aspekten wünsche ich mir, dass die Selbsthilfe weiterhin als unverzichtbare vierte Säule im #Gesundheitswesen und #Sozialwesen respektiert und ihr Beitrag für die Versorgung gewürdigt wird«.

Die Psychologische Beratung, Gesundheitsberatung, Sozialberatung und Familienberatung der #Selbsthilfeinitiative ist #online erreichbar.

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